Leistungsmessung des Fehlermanagementprozesses

  • Performance measurement of the failure management process

Rüßmann, Maximilian; Schmitt, Robert H. (Thesis advisor); Flemisch, Frank O. (Thesis advisor)

1. Auflage. - Aachen : Apprimus Verlag (2021)
Buch, Doktorarbeit

In: Ergebnisse aus der Produktionstechnik 10/2021
Seite(n)/Artikel-Nr.: VII, 138 Seiten : Diagramme

Dissertation, RWTH Aachen University, 2021

Kurzfassung

Die steigende Anzahl an Produktrückrufen über Branchen hinweg und die hohen Rückstellungen für Fehlerkosten zeigen die Notwendigkeit und wirtschaftliche Relevanz des Fehlermanagements für den Unternehmenserfolg. Die Optimierung der Leistungsfähigkeit des Fehlermanagementprozesses ist eine komplexe Aufgabe, die als Basis eine Bewertung der Prozessleistung erfordert. In der Praxis besteht die Problemstellung darin, dass Unternehmen die Leistung des Fehlermanagementprozesses nicht effektiv messen und Verbesserungspotenziale nicht systematisch erkannt werden. Um diese Problemstellung zu adressieren, wird in dieser Arbeit ein fehlermanagementspezifisches Kennzahlensystem entwickelt, mit dessen Hilfe Prozessleistungen effektiv beurteilt und kontinuierlich verbessert werden können. Zentraler Bestandteil des forschungsmethodischen Vorgehens ist die Konzeption und Durchführung einer empirischen Fragebogenstudie, die eine tiefergreifende Analyse bzgl. der Wirkzusammenhänge und des Status quo des Untersuchungsbereichs „Fehlermanagementprozess“ ermöglicht. Im Mittelpunkt steht die Prüfung, ob ein Wirkzusammenhang zwischen der Leistungsmessung und der Leistung des Fehlermanagementprozesses beobachtbar ist. Insgesamt werden 77 beantwortete Fragebögen von Unternehmen des produzierenden Gewerbes ausgewertet. Für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern liefert die Studie die Beobachtung, dass eine moderate Korrelation zwischen der Einflussgröße „Leistungsmessung des Fehlermanagements“ und der Zielgröße „Prozessleistung des Fehlermanagements“ besteht. Neben der „Leistungsmessung des Fehlermanagements“ werden drei weitere Konstrukte, „Prozessreifegrad des Fehlermanagements“, „Datenorientierung des Fehlermanagements“ und „Aufmerksamkeit des Managements“, als Einflussfaktoren der Zielgröße identifiziert. Für Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern können die obigen Zusammenhänge nicht beobachtet werden. Basierend auf den in der Studie gewonnenen Erkenntnissen wird ein für die effektive Leistungsmessung des Fehlermanagementprozesses geeignetes Kennzahlensystem für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern hergeleitet. Ergebnis der vorliegenden Arbeit ist ein fehlermanagementspezifisches Kennzahlensystem mit 20 Prozesskennzahlen. Ein Großteil der 20 Kennzahlen sind qualitäts- und zeitbezogene Messgrößen. Dies liegt zum einen an der höheren Anzahl definierter, qualitäts- und zeitbezogener Prozessziele, zum anderen an deren Eignung, prozessbegleitend erfasst zu werden. Kosten- und kundenorientierte Kennzahlen messen hingegen meist outputbezogen, was im Vergleich zur prozessbegleitenden Messung häufiger zu inhaltlicher Redundanz führt. Folglich machen letztere einen geringen Anteil an der Gesamtanzahl der Kennzahlen aus.

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