RWTH siedelt das German-Emirati-Institute in Aachen an

02.07.2021

Neue Einrichtung fördert die Zusammenarbeit auf dem Gebiet von Industrie 4.0

  Personen schneiden rotes Band durch Urheberrecht: © German-Emirati Institute/Kurt Beyer Das obligatorische Band zur Eröffnung wird durchschnitten: (von links) GEI-Geschäftsführer Anas Aljuaidi, Minister Andreas Pinkwart, Ministerin Mariam bint Mohammed Saeed Hareb Almheiri, GEI-Geschäftsführer Bernhard Randerath und RWTH-Prorektorin Ute Hab

Die RWTH Aachen siedelt zur Förderung des wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Austausches zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und der Bundesrepublik Deutschland das neue German-Emirati-Institute in Deutschland an. Die Kooperation geht auf einen Austausch der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Kronprinz HH Mohamed bin Zayed Al Nahyan im Jahr 2019 zurück, bei dem Technologiezusammenarbeit insbesondere mit Blick auf Industrie 4.0 vereinbart wurde. Das neue Institut, welches als Projektträger agieren wird, heißt dementsprechend mit vollem Namen „German-Emirati Institute – Technologies 4.0“ (GEI) und hat seinen Sitz auf dem RWTH Aachen Campus.

„Das GEI zeigt, dass die RWTH international als erstklassige Partnerin für die Entwicklung neuer Technologien wahrgenommen wird, dass wir gerne in weltweiten Netzwerken und ohne kulturelle Hürden Spitzenforschung betreiben“,

erläutert Professorin Ute Habel, Prorektorin für Internationales.

Insgesamt wurden über 25 Projektvorhaben identifiziert, in denen die VAE und Deutschland zusammen Industrie 4.0-Projekte aufbauen und entwickeln können. Fördergelder erhalten bereits vier Projekte im Bereich Emissionsfreie Synthetische Kraftstoffe, Intelligente Kabine für Flugzeuge, Recycling von Flugzeugteilen und verbesserte Cockpits für Flugzeuge und Autos. Damit liegt ein erster Schwerpunkt in der Zusammenarbeit mit Industriepartnern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten im Forschungsfeld Luftfahrt, bei dem die RWTH mit ihren Partnerinnen FH Aachen University of Applied Sciences und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR bereits eine Zusammenarbeit am Forschungsflughafen Merzbrück auf den Weg gebracht hat.

  Personengruppe Urheberrecht: © German-Emirati Institute/Kurt Beyer Ein breites Bündnis steht hinter der Ansiedlung des German-Emirati Institute an der RWTH Aachen.

Beteiligt an den ersten GEI-Projekten sind unter anderem das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen, die FH Aachen und die e.SAT GmbH, ein Entwickler und Hersteller von umweltfreundlichen, geräuscharmen Flugzeugen mit hybrid-elektrischen Antrieben. „Wir freuen uns, dass wir uns durch die wissenschaftliche Expertise und wirtschaftliche Stärke beider Länder direkt zu Beginn auf wichtige Zukunftslösungen für die nachhaltige Luftfahrt konzentrieren können. Dadurch entwickeln wir das emissionsfreie Fliegen schneller weiter und bringen es so zur Marktreife“, erklärt Professor Frank Janser vom Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen.

„Um Innovationen rascher von der Forschung in die Praxis zu bringen, braucht es internationale Technologie-Kooperationen. Das heute gegründete German-Emirati-Institute zeigt, dass Nordrhein-Westfalen als Technologie- und Forschungsstandort weit über die Landesgrenzen hinaus gefragt ist. Zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten werden wir neben neuen Technologien für die Luftfahrtbranche Produkte und Anwendungen in Zukunftsbereichen wie Smart Manufacturing, Industrie 4.0 und Künstliche Intelligenz gemeinsam voranbringen“,

erklärt Professor Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Mariam bint Mohammed Saeed Hareb Almheiri, Staatsministerin für Ernährungs- und Wassersicherheit der Vereinigten Arabischen Emirate, betonte: „Das German-Emirati Institute ist ein bedeutender Schritt in der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten zur Entwicklung neuer und fortschrittlicher Technologien, da es den Weg für gemeinsame Projekte aus dem Bereich Industrie 4.0 ebnet, die den beiden Ländern bei der Erreichung ihrer strategischen Ziele helfen werden, ihre Wirtschaft zu diversifizieren und zum zukünftigen Wohlstand ihrer Bevölkerung beizutragen.“

Hafsa Abdulla Mohamed Sharif Al Ulama (Botschafterin der Vereinigten Arabischen Emirate in Deutschland) und Ernst Peter Fischer (Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE)) bestätigten heute mit vielen Gästen aus Politik, Wissenschaft sowie Wirtschaft ihre Unterstützung des German-Emirati Institute. Peter Fischer erklärte: „Wir freuen uns, dass mit der Gründung des Instituts die Vereinbarung aus den deutsch-emiratischen Regierungskonsultationen über eine Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder Gestalt annimmt.“

Bernhard Randerath, Geschäftsführer des neuen German-Emirati Institute – Technologies 4.0, fügt hinzu: „Das Institut wird die Projekte zentralisieren, verwalten und steuern. Unsere Hauptaufgabe ist die Koordination und Verknüpfung von Kompetenzen und neuesten Technologieansätzen sowie der Zugang zu diesem einzigartigen Ökosystem, die Brücke zwischen unseren Projekten und Kulturen.“

Für diese Zusammenarbeit wurde Aachen als Hauptstandort in Deutschland ausgewählt, da die RWTH Aachen University mit 280 Instituten und der RWTH Aachen Campus, ein Netzwerk aus Wissenschaft und über 400 Technologieunternehmen, über die erforderliche Ausstattung – beispielsweise Forschungslabore, Reallabore, Werkstätten, Testeinrichtungen oder industrielle Maschinenparks – verfügen.