Projekt
DFG Abrichten

 

Quantitatives Modell des Abrichtens von keramisch gebundenen Schleifscheiben

Problemstellung
Trotz der großen wirtschaftlichen Bedeutung von Schleifprozessen mit keramisch gebundenen Schleifscheiben bestehen Defizite bei der Auslegung der Abrichtprozesse. Durch den Abrichtprozess werden Schleifscheiben für die Bearbeitungsaufgabe vorbereitet. Die gezielte Einstellung des Abrichtergebnisses und die methodische Beeinflussung der instationären Schleifphase nach dem Abrichten erhöhen Produktivität und Reproduzierbarkeit der Schleifbearbeitung. Die Einflussfaktoren sind aber bis heute nur unzureichend untersucht.

Zielsetzung
Für Formrollen soll ein quantitatives Abrichtmodell erstellt werden, das die Abrichtkräfte, die Abrichtstoßhäufigkeit, die Schleifscheibenwirkrautiefe, die entstehende Werkstückrautiefe und das Schleifscheibenverschleißverhalten nach dem Abrichten vorhersagt. Aus dieser Hauptzielsetzung leiten sich folgende Teilzielsetzungen ab:

  1. Die Generierung der Schleifscheibenwirkrautiefe muss ausgehend von den Abrichtkräften und Stoßvorgängen quantitativ beschrieben werden.
  2. Das Schleifscheibenverschleißverhalten in der instationären Phase nach dem Abrichten soll bei konstanten Schleifparametern als Funktion der Kraft- und Stoßbelastung im Abrichtprozess erklärt werden.
  3. Die Kenngrößen des Abrichtmodells müssen vom Abrichten zylindrischer Schleifscheiben auf das Abrichten von Profilzügen erweitert werden.

Lösungsansatz und bisherige Ergebisse
Zunächst werden die kinematischen Abrichtparameter beim Abrichten von Korund-Schleifscheiben mit Formrolle variiert. Es kommt die Methode der Statistischen Versuchsplanung zum Einsatz. Dafür werden zunächst die Haupteffekte der einzelnen Einstellgrößen und anschließend deren Wechselwirkungen untersucht. Als Bewertungsgrößen dienen Messgrößen im Abrichtprozess und das Schleifscheibenverschleißverhalten im anschließenden Schleifprozess. Anschließend werden die vom Abrichtprozess abhängigen Schleifscheibenverschleißmechanismen durch Schleifscheibenritztests untersucht. Weiterhin wird erforscht, wie die Kenngrößen und Abrichtergebnisse entlang von nicht zylindrischen Konturzügen variieren. Die Erkenntnisse werden abschließend zu einem gesamtheitlichen Modell zusammengeführt.



 

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E-Mail: h.groening@wzl.rwth-aachen.de