Projekt
ImProofKMU - Entwicklung eines skalierbaren Prüfprozessmanagements für KMU

 

Ausgangssituation:
In Unternehmen werden Prüfprozesse immer noch als unterstützende und nicht wertschöpfende Prozesse wahrgenommen. Dennoch ist der Prüfprozess der Ausgangspunkt der transparenten Produktion und kann sowohl ein objektiviertes Verständnis von Produktionsprozessen und -abläufen liefern als auch eine geforderte Produktqualität gewährleisten. Die altbekannte Aussage von Lord Kelvin, dass Messen Wissen bedeutet, ist dabei immer unter Berücksichtigung der Messunsicherheit zu verstehen: Eine Messung ist für die Prüfung eines Merkmals geeignet, wenn die Unsicherheit ausreichend klein im Verhältnis der Toleranz ist, was durch einen Eignungsnachweis überprüft werden kann und zunehmend gefordert wird.
Die Herausforderung besteht für Unternehmen insbesondere in der Handhabung der Masse und der Komplexität der nachzuweisenden Prüfprozesse und selbst in der Automobilindustrie hat kaum ein Verfahren bis heute so viel Aufwand gekostet.



Aufgabe:
Die Aufgabe des Projekts ImProof ist, Verfahren für den Nachweis der Prüfprozesse eines Unternehmens mit einem handhabbaren Aufwand zu entwickeln. Die Herausforderung ist dabei, einerseits die Masse aller Prüfprozesse eines Unternehmens abzudecken und andererseits die Messunsicherheit komplexer Prüfprozesse bewerten zu können.

Lösungsansatz:
Zusammen mit der Softwarehersteller Q-DAS, der Firma Lauscher Präzisionstechnik, dem Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen und einem angegliederten Industriearbeitskreis werden die Herausforderungen unterschiedlicher Branchen und Prüfverfahren aufgenommen, der Handlungsbedarf abgeleitet und entwickelte Lösungsansätze diskutiert.
Das zentrale Element ist die Entwicklung einer Methode zur Kategorisierung von Prüfprozessen entsprechend des Risikos einer Fehlentscheidung und ihrer Wichtigkeit für die Qualität des Endprodukts. Diese Kategorisierung erlaubt eine wirtschaftliche Durchführung von Eignungsnachweisen für die Prüfprozesse im Unternehmen, indem sie aufzeigt, wo Abschätzungen der Eignung und Übertragungen von Eignungsnachweisen zulässig sind. Für Bewertung der Messunsicherheit komplexer Prozesse werden Untersuchungen mit kalibrierten Meisterbauteilen in Anlehnung and die DIN ISO/TS 15530-3 vorgeschlagen und zudem Methoden erprobt, metrologische Ersatzmodelle auf Basis von systematischen Versuchen abzuleiten, um den Modellierungsaufwand bei der Untersuchung komplexer Prüfprozesse zu minimieren.

Ergebnis:
Das Ergebnis wird ein Leitfaden für den Umgang mit dem Nachweis aller Prüfprozesse eines Unternehmens sein, der auch in die Richtlinie 2600 des VDI/VDE Fachausschusses 1.12 „Handhabung der Eignung von Prüfprozessen – Vorgehensweise zur Durchführung von Eignungsnachweisen für eine Vielzahl von Prüfprozessen“ einfließt. Darüber hinaus wird der Anwender durch entwickelte Erweiterungen des Softwarepakets der beteiligten Firma Q-DAS bei der Durchführung von Eignungsnachweisen unterstützt.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt wird vom Lehrstuhl für Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement gemeinsam mit einem Konsortium von Industriepartnern bearbeitet.



Wir bedanken uns bei der APIS Informationstechnologien GmbH für die freundliche Unterstützung und die kostenlose Bereitstellung der Software APIS IQ-Software für Forschung und Lehre!